Gesundheit und Pflege

Die Menschen in Brandenburg müssen sich darauf verlassen können, dass die Gesellschaft für den Einzelnen da ist, wenn er sie braucht. Gesundheit und Pflege sind zentrale Themen und gehören zur Daseinsvorsorge.

Mehr staatliche Verantwortung für Prävention, Gesundheit und Pflege übernehmen.

Die CDU Brandenburg setzt sich für die Errichtung eines neuen Ministeriums für Prävention, Gesundheit und Pflege ein. Wir wollen zudem die Gesundheit der Bevölkerung über neue Präventionsmaßnahmen positiv beeinflussen. Insbesondere über die Lebenswelten Kita und Schule wollen wir Kinder, Jugendliche und Eltern für ein gesundes Leben sensibilisieren. Dabei werden Sport, Ernährung, Stressbewältigung und die Stärkung der Persönlichkeit wichtige Schwerpunkte bilden. Darüber hinaus beabsichtigen wir den Öffentlichen Gesundheitsdienst nachhaltig zu unterstützen. Ein wichtiges Ziel ist in diesem Zusammenhang die Verbesserung der Impfquote.

Für ausreichend Ärzte sorgen.

Mit einem Landeszuschuss für die Medizinische Hochschule Brandenburg wollen wir die Zahl der Studierenden besonders aus dem Land Brandenburg erhöhen. Außerdem werden wir mit einem Stipendiensystem die Ausbildung junger Land- und Hausärzte unterstützen, wenn sich diese nach der Ausbildung für eine Stelle in Brandenburg entscheiden.

Die Gesundheitsforschung sicherstellen.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft stellt die Gesundheitsforschung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität von älteren Menschen in unserem Land dar. Deshalb wollen wir durch eine solide Finanzierung sicherstellen, dass Einrichtungen wie die Medizinische Hochschule Brandenburg Gesundheitsforschung unter anderem zu Themen wie Krebs oder der medizinischen Versorgungsstruktur in Flächenländern wie Brandenburg interdisziplinär und über Standortgrenzen hinweg betreiben können.

Die Palliativmedizin ausbauen.

Der Umgang mit Krebs sowie anderen schweren Krankheiten benötigt unsere volle Aufmerksamkeit. Mobile Palliativmedizin verlängert nicht nur Lebenszeit, sondern ermöglicht auch ein Lebensende im gewohnten Umfeld. Schwerkranke müssen die Chance haben, ein Hospiz aufzusuchen, sie müssen aber auch zu Hause behandelt werden können. Wir beabsichtigen daher den Ausbau dieser Art der Therapie.

Dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen begegnen.

Im gesamten Bereich Gesundheit fehlen Fachkräfte. Deshalb müssen Ausbildungsangebote besser aufeinander abgestimmt und an den Vorstellungen junger Menschen orientiert werden. Dafür benötigen wir eine sinnvolle Strategie, die insbesondere die Ausbildung von Hebammen, Medizinern und Pharmazeuten in den Blickt nimmt. Aus unserer Sicht ist eine Beteiligung des Landes an der Medizinischen Hochschule Brandenburg über die Finanzierung weiterer Stipendien unerlässlich. Nur so kann es gelingen, Brandenburger Absolventen auch hier zu binden und Ärzte für das gesamte Land zu gewinnen.

Einen Studiengang Pharmazie einführen.

Brandenburg ist das einzige Flächenland ohne einen Studiengang für Pharmazie. Das werden wir ändern, indem wir einen solchen Studiengang an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg einführen. Zusätzlich werden wir Anreize prüfen und entwickeln, damit in Brandenburg ausgebildete Apotheker auch beruflich hier tätig werden. Gerade in den ländlichen Regionen ist eine flächendeckende Versorgung mit Apotheken unverzichtbar.

Digitalisierung und E-Health vorantreiben.

Im Bereich E-Health sind viele Potenziale noch ungenutzt, doch genau darüber können Menschen Gesundheitsdienstleistungen schnell und unkompliziert in Anspruch nehmen. Die Notfallhilfe kann besser vernetzt, die Versorgung durch Telemedizin verbessert und Daten können zwischen verschiedenen Ärzten und Einrichtungen mit einer digitalen Gesundheitsakte einfacher ausgetauscht werden. In diesen Bereichen müssen wir Verbesserungen schneller umsetzen. Wir setzen uns für die Einrichtung einer Modellregion für ein digitales Gesundheitsnetzwerk ein. Gemeinsam mit allen Akteuren wollen wir von der Erstrettung über die Krankenhausbehandlung bis hin zur Versorgung in der Häuslichkeit die Chancen ergreifen und eine Region modellhaft vernetzen. Zudem müssen wir dem Fachkräftemangel mit überfälligen Strukturmaßnahmen begegnen, unter anderem mit einer verstärkten Nutzung digitaler Möglichkeiten, um Ärzte und Pflegekräfte zu entlasten und eine integrierte sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Die Krankenhausstruktur zukunftsfest machen.

Die bestehenden Krankenhäuser wollen wir erhalten, um eine Versorgung in der Fläche zu gewährleisten. Eine solide Grundversorgung muss es überall geben, komplexe Leistungen konzentrieren wir hingegen an geeigneten Standorten. Die Krankenhausplanung 2020 zwischen Brandenburg und Berlin muss den Bedürfnissen der Brandenburger Kliniken stärker Rechnung tragen. Außerdem wollen wir den tatsächlichen Investitionsbedarf der Krankenhäuser berücksichtigen und den Investitionsstau gemeinsam mit dem Bund abbauen. Die Notfallversorgung ist so aufzustellen, dass die Rettungsfrist in Zukunft besser eingehalten
werden kann.

Die Notfall- und Katastrophenkapazitäten im Gesundheitswesen stärken.

Wir werden die Notfall- und Katastrophenkapazitäten der Brandenburger Krankenhäuser stärken. Aufbauend auf den Alarm- und Einsatzplanungen der Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken brauchen wir jederzeit verlässliche lagerelevante Krankenhausdaten in Echtzeit. Dazu gehören insbesondere die Bettenauslastung, die Funktionsfähigkeit von Notaufnahmen, Operationssälen und Intensivstationen sowie Spezialressourcen, wie etwa Brandbetten und Isolierstationen. Die präklinische Versorgung ist einzubeziehen und als mobile Versorgungskomponente zu berücksichtigen. Die Hilfsorganisationen, die über umfangreiche Ressourcen und Kompetenzen verfügen, werden vor diesem Hintergrund ständige Mitglieder des gemeinsamen Landesgremiums.

Die ambulante Versorgung nachhaltig stärken.


1404 Zu einer flächendeckenden medizinischen Versorgung gehören auch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte – ohne diese wäre eine wohnortnahe Behandlung von Patienten undenkbar. Ländliche Regionen sind auf eine starke Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Krankenhäusern und ambulanten Strukturen wie Apotheken, Allgemeinmedizinern und Therapeuten angewiesen. Die Erfahrung zeigt: Wenn Studierende der Humanmedizin bereits frühzeitig im Studium und in der Ausbildung fortlaufend Erfahrungen mit der ärztlichen Tätigkeit in ländlichen Regionen sammeln können, wächst die Bereitschaft deutlich, als ausgebildeter Arzt dort tätig zu werden. Diese Chance werden wir nutzen.

Kommunen ein Regionalbudget zur Verfügung stellen.

Neben der Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen planen wir auch, über ein Regionalbudget Kommunen Geld zur Verfügung zu stellen. Diese haben dadurch die Möglichkeit, Behandlungsräume einzurichten und Mediziner für regelmäßige Sprechzeiten in der jeweiligen Kommune zu gewinnen.

Selbstbestimmung und Teilhabe im Alter ermöglichen.

Wir werden dafür sorgen, dass der Bau von altersgerechten Wohnungen vorangetrieben wird, beispielsweise durch den Einbau von Assistenzsystemen. Auch Angebote des Mehr-Generationen-Wohnens unterstützen wir. Bei Bussen und Bahnen wollen wir mit gezielten Förderungen dafür sorgen, dass Mobilität im Alter weiterhin möglich bleibt.

Fachpersonal für Pflege gewinnen und unterstützen.

Zu einer besseren gesundheitlichen Versorgung zählt auch die Stärkung der Pflege. Der Pflegeberuf bedarf einer grundsätzlichen Wertschätzung, an der es momentan mangelt. Hierzu gehört auch der Diskurs über einen flächendeckenden Tarifvertrag. Wir unterstützen einen solchen Vertrag und werden uns bei allen Beteiligten hierfür einsetzen. Wir wollen die Attraktivität des Pflegeberufs in Brandenburg deutlich aufwerten und die Kosten der Ausbildung durch das Land übernehmen. Darüber hinaus wollen wir die Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal verbessern, beispielsweise durch eine umfangreiche Kinderbetreuung oder ein besseres Gesundheitsmanagement. Mit gezielten Berufsangeboten für bestimmte Personengruppen wie Alleinerziehenden, jungen Menschen und Langzeitarbeitslosen wollen wir zusätzliches Personal gewinnen.

Eine Interessenvertretung für die Pflege schaffen.

Die Errichtung einer Pflegekammer wurde in einer Abstimmung aller Beteiligten im Jahr 2018 mehrheitlich befürwortet. Wir schließen uns diesem Votum an und unterstützen die Einrichtung einer Pflegekammer, in der alle Fragen der beruflichen Pflege diskutiert werden.

Die Pflege verbessern, zusätzliche Plätze schaffen und Familien unterstützen.

Immer mehr Menschen nehmen Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch. In Brandenburg werden viele Pflegeplätze benötigt. Daher werden wir ein Investitionsprogramm in der Pflege auf den Weg bringen. Damit sollen neue Plätze in der Pflege entstehen, insbesondere in der Tagespflege. Aber auch die Pflege durch die Familie soll künftig unterstützt und gefördert werden. Familien sind hierbei die größte und wertvollste Stütze. Personen in einer Pflegeeinrichtung sollen in Zukunft einen gedeckelten Eigenanteil zahlen. Wir werden uns hierfür gegenüber dem Bund einsetzen und zugleich der eigenen Verantwortung gerecht
werden.

Brandenburg altersgerecht gestalten.

Wir unterstützen die kommunalen Pflegestützpunkte sowie die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg (FAPIQ). Diese sind für uns wichtige Partner bei unseren gemeinsamen Bemühungen, Brandenburg altersgerecht zu gestalten.

Die Suchtprävention und -hilfe ausbauen.

Die Suchtberatung benötigt nachhaltige Unterstützung seitens des Landes. Wir streben eine Verstetigung der Personalkosten der Beratungsstellen an. Noch immer leiden zu viele Menschen an einer Suchtkrankheit. Auch der Kampf gegen die Drogen ist nicht gewonnen. Vor allem im Süden Brandenburgs stellt die Droge Crystal Meth ein großes Problem dar. Wir werden außerdem das Psychisch-Kranken-Gesetz so anpassen, dass Menschen bei Abhängigkeiten, den Opfern von drogenabhängigen Mehrfachstraftätern und Kindern drogenabhängiger Eltern gezielt geholfen werden kann.

Menschen in Not helfen.

Wir werden gemeinsam mit den Kommunen die aktuelle Situation der Obdachlosigkeit im Land Brandenburg evaluieren und in einem Bericht zusammenfassen. Darauf aufbauend werden wir Maßnahmen zur Lösung dieses Problems einleiten.

Das Glücksspiel regulieren.

Spieler aus Deutschland können auf unzähligen Internet-Seiten Sportwetten abschließen und Glücksspielen nachgehen, obwohl diese Angebote illegal sind. Die Anbieter mit Sitz im Ausland machen Milliardenumsätze, während die Spieler nicht vor Suchtgefahren geschützt sind oder Steuern in Deutschland anfallen. Der Glücksspielstaatsvertrag hat sich als Irrweg erwiesen. In einer digitalen Welt lässt sich ein staatliches Glücksspielmonopol nicht aufrechterhalten. Wir setzen uns stattdessen für Rahmenbedingungen ein, die sicherstellen, dass der Spielerschutz gewährleistet wird und die Anbieter in Deutschland Abgaben zahlen.